Automatisierter Spritzgussprozess für Medical-Komponenten
Inhouse-Automatisierung in der Medizinproduktefertigung
Written by
Dean Thompson
Kelsey Becker
Published on
19 August 2025
Lesedauer
5 Minuten
Article contributed by
Dean Thompson
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Kelsey Becker
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Ingenieurtechnische Präzision: Automatisierung in der Medizinprodukteherstellung

Interview mit Dean Thompson, Technischer Engineering-Manager

In der sich rasant entwickelnden Welt der Herstellung medizinischer Geräte ist Automatisierung längst kein Luxus mehr – sie ist eine strategische Notwendigkeit. Wir haben uns mit Dean Thompson, Technical Engineering Manager bei Saint-Gobain Medical, zusammengesetzt, um zu beleuchten, wie hausinterne Automatisierungskompetenzen Innovation vorantreiben, die Effizienz steigern und im medizinischen Spritzguss eine größere Individualisierung ermöglichen. Mit tiefgehender technischer Expertise und praktischer Erfahrung erläutert Dean, wie sein Team intelligentere Systeme von innen heraus entwickelt.

Strategischer Wert der internen Automatisierung

F: Warum ist es für ein Medical-Spritzgussunternehmen wichtig, interne Automatisierungsfähigkeiten zu entwickeln und aufrechtzuerhalten, statt sich ausschließlich auf externe Automatisierungshäuser zu verlassen?

A: Interne Automatisierungsfähigkeiten geben uns die Kontrolle—über Zeitpläne, über das Design und über die Ergebnisse. Wir warten nicht darauf, dass externe Anbieter unsere Teile oder Prozesse verstehen. Wir können schnell iterieren, Probleme in Echtzeit lösen und Systeme aufbauen, die wirklich auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten sind.

F: Welche Vorteile haben interne Teams in Bezug auf Geschwindigkeit, Anpassung und iteratives Problemlösen?

A: Geschwindigkeit ist ein großer Faktor. Wir können Prototypen erstellen, testen und verfeinern, ohne die Verzögerungen des Outsourcings. Unser Team kennt die Nuancen unserer Teile und Prozesse, daher fangen wir nicht jedes Mal bei null an. Diese iterative Schleife—Design, Test, Verbesserung—ist deutlich straffer, wenn alles hausintern erfolgt.

F: Wie beeinflusst interne Automatisierung die langfristige Innovation?

A: Sie ist grundlegend. Wenn man die Automatisierung selbst besitzt, löst man nicht nur die Probleme von heute—man baut eine Plattform für zukünftiges Wachstum auf. Wir haben aus frühen Systemen gelernt und diese Erkenntnisse auf neue Fertigungszellen angewendet, sodass sie schneller, kosteneffizienter und skalierbarer sind.

Fertigungsgerechte Konstruktion (DFM) & Automatisierungsbereitschaft

F: Wie beeinflusst DFM auf Komponentenebene direkt den Erfolg der automatisierten Montage in der Hochvolumenproduktion?

A: DFM ist das A und O. Wenn ein Bauteil nicht mit Blick auf Automatisierung konstruiert ist, stoßen Sie auf Hürden—Ausrichtungsprobleme, Handhabungsprobleme, inkonsistente Qualität. Wir arbeiten frühzeitig eng mit den Konstruktionsteams zusammen, um sicherzustellen, dass Teile von Anfang an automationsgerecht sind.

Wir haben Kosten gespart und schwerwiegende Probleme vermieden, indem wir das aus jenem ersten System Gelernte angewendet haben."

F: Können Sie ein Beispiel nennen, bei dem frühzeitiger DFM-Input die Produktionskosten erheblich gesenkt oder die Produktleistung verbessert hat?

A: Absolut. Eines unserer frühen Systeme entstand unter großem Zeitdruck – nichts funktionierte, und wir mussten ad hoc automatisieren. Das war stressig, aber wir haben viel gelernt. Als wir hochskalierten, haben wir das System richtig neu konzipiert, und es war schneller, günstiger und zuverlässiger. Dieser frühzeitige DFM-Input hat den entscheidenden Unterschied gemacht.

F: Wie stellen Sie sicher, dass DFM‑Prinzipien mit den Randbedingungen und Chancen der Automatisierung in Einklang stehen?

A: Es ist ein kooperativer Prozess. Unsere Automatisierungsingenieure arbeiten Hand in Hand mit den Design- und Validierungsteams. Wir fragen uns fortlaufend: Lässt sich das Teil im Spritzgussverfahren prozesssicher herstellen? Lässt es sich zuverlässig aufnehmen, platzieren, prüfen und montieren? Diese Abstimmung ist entscheidend.

Anpassung und Flexibilität in der Automatisierung

Spritzgussmaschine - Medical
Collaborative robot loading trays for post molding operations

F: Wie gehen Sie bei der Anpassung von Automatisierungssystemen an besondere Teilegeometrien oder Materialien vor?

A: Jedes Teil, mit dem wir arbeiten, ist einzigartig. Deshalb gehen wir jedes Projekt mit Offenheit an – ohne Annahmen. Wir bringen unsere Erfahrung ein, passen jedoch jedes System exakt an die spezifischen Anforderungen des Produkts und des Kunden an.

F: Wie verbessert die interne Maschinenfertigung Ihre Fähigkeit, spezifische Kunden- oder Produktanforderungen zu erfüllen?

A: Das ist ein großer Vorteil. Wir bauen Maschinen für das Teil – nicht umgekehrt. Unser Team arbeitet eng mit Produktion und Validierung zusammen und holt sogar Feedback von den Bedienern ein. Diese Agilität und Zusammenarbeit machen unsere Systeme für alle besser.

Eigenfertigung bedeutet, dass wir nicht nur Maschinen bauen – wir bauen die richtigen Maschinen.

Technische Herausforderungen

Inhouse-Automatisierung von Saint-Gobain in Aktion
Inhouse-Automatisierung von Saint-Gobain in Aktion

F: Was sind die häufigsten technischen Hürden bei der Automatisierung von Mikrospritzguss oder Mehrmaterial-Komponenten?

A: Präzision und Konsistenz. Mikrospritzguss und Mehrmaterialteile haben enge Toleranzen und komplexe Geometrien. Man braucht eine Automatisierung, die dieses Detailniveau beherrscht, ohne die Qualität zu beeinträchtigen.

F: Wie stellen Sie eine gleichbleibende Teilequalität bei Werkzeugen mit hoher Kavitätenzahl und engen Toleranzen sicher?

A: Es läuft auf Prozesskontrolle und Feedback-Schleifen hinaus. Unsere Automatisierungssysteme sind darauf ausgelegt, Schlüsselparameter zu überwachen und Abweichungen frühzeitig zu melden. So halten wir die Qualität auch bei hohen Stückzahlen.

End-of-Line-Automatisierung

F: Welche Schlüsselfaktoren sind bei der Auslegung automatisierter Systeme für Medical-Komponenten zu beachten?

A: Regulatorische Konformität, Rückverfolgbarkeit der Produkte und Umgebungssteuerung haben oberste Priorität. Wir denken aber auch an die Bedienerinteraktion, Wartung, Skalierbarkeit und Ergonomie. Es geht nicht nur darum, eine Maschine zu bauen – sondern ein System, das in der realen Welt funktioniert.

F: Wie balancieren Sie Kostensenkung mit dem Bedarf an kundenspezifischen Lösungen, die regulatorischen und kundenseitigen Anforderungen entsprechen?

A: Das ist ein Balanceakt. Manchmal finanzieren wir die Automatisierung intern, um langfristige Einsparungen zu erzielen. In anderen Fällen investieren Kunden im Voraus. So oder so suchen wir stets nach Wegen, Kosten zu senken, ohne Qualität oder Konformität zu beeinträchtigen.

Innovation & Zukunftsausblick

F: Welchen Rat würden Sie Unternehmen geben, die gerade erst beginnen, Automatisierung im Medical-Spritzguss zu erkunden?

A: Klein anfangen, aber klug starten. Interne Expertise aufbauen. Keine Angst vor Experimentieren und Lernen. Das erste System ist vielleicht noch holprig, aber es ist die Grundlage für alles, was danach kommt.

F: Wie sehen Sie die Schnittmengen von Nachhaltigkeit und Automatisierung in dieser Branche?

A: Beides gehört zusammen. Automatisierung hilft, den Energieverbrauch zu senken, Abfall zu minimieren und effizienter zu arbeiten. Spritzguss ist zum Beispiel energieintensiv, aber Automatisierung ermöglicht kürzere Zyklen und weniger Laufzeit – das spart Strom und erhöht den Durchsatz.

F: Was begeistert Sie am meisten an der Zukunft der Automatisierung in der Medical-Fertigung?

A: Ich weiß es noch nicht. Das Veränderungstempo ist enorm – Miniaturisierung, intelligentere Roboter, KI-Integration, neue Materialien. Jedes Jahr gibt es etwas Neues, und genau das macht es spannend.

Die Auswirkungen der Automatisierung sind eine kürzere Laufzeit und ein geringerer Energieverbrauch. Das ist echte Nachhaltigkeit.

Ein intelligenterer Weg zur skalierbaren Medical-Fertigung

Deans Einblicke offenbaren eine kraftvolle Wahrheit: Inhouse-Automatisierung ist mehr als nur eine technische Fähigkeit – sie ist ein strategisches Unterscheidungsmerkmal in der wettbewerbsintensiven Welt der Herstellung von Medizinprodukten. Von den frühesten Phasen des DFM bis zu den letzten Schritten der End-of-Line-Automatisierung bringen interne Teams eine unübertroffene Agilität, Geschwindigkeit und Präzision ein.

Indem sie den Automatisierungsprozess selbst verantworten, können Dean und sein Team:

  • Innovation beschleunigen durch schnelle Iteration und Problemlösung in Echtzeit
  • Systeme anpassen, um den einzigartigen Geometrien, Materialien und regulatorischen Anforderungen jedes Produkts gerecht zu werden
  • Kosten senken und die Skalierbarkeit verbessern, indem sie aus frühen Systemen lernen und diese Erkenntnisse auf zukünftige Aufbauten übertragen
  • Nachhaltigkeit steigern, indem sie den Energieeinsatz optimieren, Abfall reduzieren und den Durchsatz erhöhen
  • Zusammenarbeit fördern zwischen Entwicklung, Produktion, Validierung und sogar Bedienpersonal – und so sicherstellen, dass Systeme nicht nur effektiv, sondern auch benutzerfreundlich sind

Vielleicht am wichtigsten betont Dean, dass Automatisierung eine Reise ist, kein Ziel. Die Zukunft ist voller Unbekannter – von miniaturisierter Robotik bis hin zu intelligenteren, anpassungsfähigeren Systemen – und genau das macht sie so spannend.

„Am meisten begeistert mich das, was ich noch nicht weiß“, sagt Dean. „Die Welt der Automatisierung verändert sich so schnell, und wir fangen gerade erst an.“

Ganz gleich, ob Sie gerade erst beginnen, Automatisierung zu erkunden, oder Ihre internen Fähigkeiten skalieren möchten – dieses Gespräch erinnert eindrucksvoll daran, dass die besten Systeme von innen nach außen aufgebaut werden.