Auswahl des richtigen Filtermediums
9 Fragen, die Sie bei der Auswahl von Filtermedien stellen sollten
1. Warum filtrieren Sie bzw. was ist Ihre Filtrationsanwendung?
Es ist unerlässlich, genau zu verstehen, welche Art der Filtration Sie beabsichtigen, da dies vorgibt, wie Sie bei der Auswahl des geeigneten Filtertyps vorgehen sollten. So unterscheiden sich beispielsweise die in der mechanischen Beatmung eingesetzten Filter von denen in der Aufbereitung von Endoskopen. Mechanische Beatmung erfordert in der Regel eine hydrophobe (wasserabweisende) Membran, um Verunreinigungen vom in Atemsystemen verwendeten Sauerstoff zu trennen. Die Aufbereitung von Endoskopen verlangt hingegen in der Regel eine hydrophile (wasseranziehende) Membran, um Verunreinigungen vom Trinkwasser zu trennen, das zur Sterilisation von Endoskopen verwendet wird.
2. Wie lauten Ihre Prozessbedingungen/Anforderungen?
Wenn Sie den gewünschten bzw. erwarteten Durchfluss, den Druckabfall und den Durchsatz Ihres Prozesses kennen, lassen sich die in Frage kommenden Filter, die diese Anforderungen erfüllen, leichter eingrenzen. Diese drei Parameter hängen stets von Ihrem System ab, werden von Änderungen im System beeinflusst und dienen – wenn ihre Werte im Zeitverlauf hinter den Erwartungen zurückbleiben – als wichtiger erster Schritt bei der Fehlersuche zur Ermittlung potenzieller Ausfälle. Außerdem lohnt es sich zu berücksichtigen, wie das Fluid in Ihrem System angetrieben wird (z. B. Vakuumdruck, Gasdruck, Peristaltikpumpe) und welche Betriebstemperatur herrscht, da beide Bedingungen die Filterleistung und Lebensdauer beeinflussen.
3. Welche Eigenschaften haben Ihre Kontaktmedien?
Ein klares Verständnis des in Ihrer Filtrationsanwendung verwendeten Mediums spart viel Zeit und reduziert Frustration; daher sollte man stets berücksichtigen, ob das Filtrationsmedium gasförmig oder wässrig ist, welche Eigenschaften es hat und wie seine Zusammensetzung aussieht. So könnten Sie beispielsweise einen hydrophoben (wasserabweisenden) Filter für eine Anwendung auswählen; berücksichtigen Sie jedoch nicht, dass das Medium aus Wasser und IPA (Isopropylalkohol) besteht, kann die Filterleistung sinken, da hydrophobe Filter bei Kontakt mit IPA eine verstärkte Benetzung erfahren.
4. Welche Filtereigenschaften sind für Ihren Prozess am wichtigsten?
Vor der Auswahl des geeignetsten Filters für Ihren Prozess sind zahlreiche Filtereigenschaften zu berücksichtigen. Schauen wir uns zwei davon an – die Filterkapazität und die Rückgewinnungseffizienz. Die Kapazität eines Filters korreliert damit, wie viel Partikelmasse ein Filter aufnehmen kann, bevor es zu einer Verstopfung kommt. Im Hinblick auf Ihren Filtrationsprozess benötigen Sie möglicherweise einen Filter mit höherer Kapazität als Vorfilter, der zunächst größere Partikel abfängt, damit Ihr Hauptfiltermedium nicht unerwartet verstopft. Zudem kann ein Filter Partikel entfernen, die für Ihren Prozess essenziell sind; die Wahrscheinlichkeit dafür wird über die Rückgewinnungseffizienz des Filters beurteilt. Die Rückgewinnungseffizienz gibt Aufschluss über die Menge des zurückgewonnenen Materials im Verhältnis zur ursprünglich vorhandenen Materialmenge.
5. Muss der Filter sterilisiert oder desinfiziert werden? Wenn ja, wie oft?
Im Hinblick auf die Sterilisation kann es erforderlich sein, Filter vorsterilisieren zu lassen, weil sie in einem Reinraum eingesetzt werden, in dem der Partikelgehalt so nahe wie möglich bei null liegen muss. Außerdem sollte der Bedarf an Sterilisation bereits in der frühen Entscheidungsphase berücksichtigt werden, da jeder Filter unterschiedliche Sterilisationsoptionen (Gamma, EtO, Autoklav) hat und mit der gewählten Sterilisationsmethode kompatibel sein muss. Schließlich hält ein Filter nur eine begrenzte Anzahl an Sterilisationszyklen aus; daher ist es wichtig zu wissen, wie häufig sterilisiert wird.
6. Welche maßlichen Einschränkungen gibt es gegebenenfalls für Größe und Form des Filters?
Eine klare Zeit- und Kostenersparnis ergibt sich daraus, die Größenbeschränkungen zu kennen, die Ihr Filtrationsprozess einem potenziellen Filter auferlegt. Die Auswahl eines falsch dimensionierten oder geformten Filters beeinträchtigt mit Sicherheit die Effizienz und Wirksamkeit Ihres Prozesses. Ein Wettbewerbsvorteil von SGFT besteht darin, kundenspezifische Lösungen für unsere Kunden zu entwickeln und zu implementieren, wodurch wir die Anzahl der in einem System verwendeten Adapter oder Teile reduzieren können. Diese Individualisierung verringert die Komplexität der Systemmontage – ein Vorteil angesichts der erhöhten Wahrscheinlichkeit von Ausfällen oder Leistungseinbußen, die mit der Einführung zu vieler Variablen einhergeht.
7. Wie wird der Filter an Ihr System angeschlossen?
Konnektivität spielt eine wichtige Rolle im Filterauswahlprozess, insbesondere wenn wir an Leckagen denken. Ähnlich wie ein falsch dimensionierter oder geformter Filter in Ihrem System führt auch eine schlechte Verbindung zu einer Leistungsminderung. SGFT führt eines der breitesten Sortimente an Filteranschlüssen und ist daher in der Lage, einen maßgeschneiderten Anschluss für Ihre individuellen Anforderungen bereitzustellen. Unsere Fähigkeiten zur Individualisierung in Bezug auf Armaturen und Verbindungen ermöglichen es uns außerdem, unsere Filter problemlos in Schläuche zu integrieren, die in großen Filtrationsbaugruppen verwendet werden; damit bieten wir ein Maß an Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit, das von vielen unserer Wettbewerber unerreicht ist.
8. Welche regulatorischen, qualitätsbezogenen oder Validierungsanforderungen gibt es gegebenenfalls für den Filter?
Sie sollten stets die regulatorischen oder sonstigen Qualitätskontrollstandards berücksichtigen, die für Ihre Filtrationsanwendung gelten können, damit Ihr potenzieller Filter konform ist. So bietet Saint-Gobain Filtration Technologies beispielsweise Filter an, die gemäß ISO 13485 zertifiziert sind, welche die Anforderungen an die Entwicklung und Herstellung von Medizinprodukten festlegt. Zu den bemerkenswerten Kriterien der ISO 13485 zählen Sauberkeit, Biokompatibilität und Haltbarkeit/Lagerfähigkeit. Wenn Sie frühzeitig wissen, welche regulatorischen Anforderungen erfüllt werden müssen, vermeiden Sie die Auswahl eines möglicherweise nicht konformen Filters – und sparen dadurch Zeit und Geld.
9. Wie sieht Ihr Projektzeitplan aus?
Das Verständnis Ihres Projektzeitplans spielt eine wichtige Rolle, um den besten Filter für Ihre Anwendung zu beschaffen. Ein Vorteil von Saint-Gobain Filtration Technologies gegenüber unseren Mitbewerbern besteht darin, dass wir zwar standardmäßige, sofort verfügbare „Off-the-Shelf“-Filter führen, zugleich aber auch die Möglichkeit haben, einen Filter kundenspezifisch anzupassen. Dieser Anpassungsprozess benötigt jedoch Zeit, daher ist es äußerst vorteilhaft, den Bedarf an einer kundenspezifischen Lösung oder einem kundenspezifischen Produkt bereits in den frühen Phasen des Auswahlprozesses zu identifizieren.