Montageprozesse für Kappen und Dichtungen
Häufige Methoden zur Montage von Liner und Kappen:
Presspassung
Robuste Verklebung
Ultraschall
Presspassung
Ein Liner wird manuell oder mechanisch mithilfe von Reibung in eine Kappe eingepresst, um ihn in Position zu halten. Liner sind typischerweise mit leichtem Übermaß ausgeführt, verglichen mit robuster Verklebung oder Ultraschall, um eine Presspassung zu ermöglichen. Einige Kappen sind speziell für das Einpressen ausgelegt. Diese Kappen besitzen einen Haltering oder Wulst, dessen Innendurchmesser kleiner ist als der Innendurchmesser am Boden der Kappe, auf dem der Liner sitzt. In diesem Fall wird der Liner über den Haltering hinweg gedrückt, sodass er im Bereich seines Außendurchmessers umlaufend gehalten wird.
Robuste Verklebung
Vor dem Einpressen der Dichtungseinlage wird Klebstoff auf die Innenseite der Kappe dosiert. Der Klebstoff verhindert, dass die Dichtungseinlage herausfällt. Je nach verwendeten Materialien stehen verschiedene Klebstoffe zur Verfügung. Der Klebstoff kann auf unterschiedliche Weise aufgetragen werden, um besser zum Produkt zu passen, z. B. zentraler Auftrag, Randauftrag oder kundenspezifischer Punktauftrag. In jedem Fall muss die Dichtungseinlage in die Kappe eingepresst werden, damit sich der Klebstoff über den vorgesehenen Bereich der Oberfläche der Dichtungseinlage verteilt. Anschließend benötigt der Klebstoff Zeit zum Trocknen, um die bestmögliche Haftung zu erzielen. Die Trocknungszeit variiert je nach verwendeter Menge, Klebstofftyp sowie den Materialien von Kappe und Dichtungseinlage.
Ultraschall
Eine Dichtungseinlage wird in eine Kappe eingelegt und mittels Ultraschallfrequenz mit ihr verschweißt, damit die Einlage nicht herausfällt. Ein Amboss drückt die Einlage in der Kappe fest, während eine auf eine bestimmte Frequenz abgestimmte Sonotrode die Oberseite der Kappe berührt. Die Frequenz wird über die Sonotrode in die Kappe eingeleitet und versetzt sie in schnelle Schwingungen. Währenddessen hält der Amboss die Einlage in Position, wodurch Reibung zwischen Einlage und Kappe entsteht. Diese Reibung führt zum Aufschmelzen an der Kontaktfläche zwischen Kappe und Einlage und verbindet beide miteinander. Nach sehr kurzer Zeit kühlen die Materialien ab und bilden eine feste Verbindung. Damit dies funktioniert, benötigt die Einlage ein rückseitiges Trägermaterial, das mit der Kappe in Kontakt steht. Dieses Trägermaterial muss aus demselben Werkstoff wie die Kappe bestehen, damit eine Verbindung zustande kommt. Unterschiedliche Materialien haben verschiedene Schmelzpunkte, wodurch die Verbindung unzuverlässig wird oder gar nicht entsteht. Das gilt selbst dann, wenn versucht wird, ein Homopolymer mit einem Copolymer auf Basis desselben Grundharzes zu verbinden. Maßgeschneiderte Sonotroden und Ambosse können für unterschiedliche Kappengrößen und -formen gefertigt werden. Außerdem können speziell angepasste Ambosse und Sonotroden die Energie auf ausgewählte Bereiche der Kappe fokussieren, was vorteilhaft ist, wenn Sie eine Open-Top-Kappe oder eine große Oberfläche haben.